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9.18. Oktober 2020

Online + Frankfurt am Main

#B3Kulturkiosk – 19/2020

News

Filmfest Locarno zieht positive Bilanz

Das schweizerische Filmfest Locarno hat eine positive Bilanz seiner ersten hybriden Ausgabe gezogen. Das Online-Programm habe vom 5. bis 15. August 2020 insgesamt 320.000 Besucher verzeichnet, teilte die Festivalleitung mit. In den erstmals seit dem Corona-Lockdown geöffneten Kinos habe es zudem knapp 6000 Besucher gegeben. Die Hauptpreise des Festivals gingen erstmals an Filme, die noch nicht abgedreht sind. Geehrt wurden die Filmemacherinnen Lucrecia Martel für „Chocobar“ und Marí Alessandrini für „Zahorí“. Festival-Präsident Marco Solari sagte, man habe ein klares Zeichen der Solidarität mit der Filmindustrie gesetzt. Dank des Online-Programms habe man die Digitalisierung des Festivals vorantreiben können.

Facebook löscht Fake-News

Facebook hat seit April mehr als sieben Millionen Beiträge mit Informationen zum Corona-Virus gelöscht, die dem Online-Netzwerk zufolge die Gesundheit von Menschen gefährden könnten. Rund 98 Millionen weniger gefährliche Inhalte mit zweifelhaften Informationen seien mit Warnhinweisen versehen worden, teilte der Konzern Mitte August mit. Das Unternehmen verkündet zudem Fortschritte beim Vorgehen gegen Hass-Botschaften auf seinen Seiten. Trotz reduzierter Personalkapazitäten während der Corona-Pandemie sei die Rate der von dem Unternehmen entdeckten Inhalte dieser Art auf den Facebook-Seiten im zweiten Quartal von 89 auf 95 Prozent gestiegen, teilte der Konzern mit. Bei der zum Konzern gehörenden Instagram-Plattform sei diese Rate von 45 auf 84 Prozent gestiegen.

Aufschwung für E-Books

Die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie lassen den E-Book-Markt in Deutschland wachsen, meldet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Kooperation mit GfK. Danach stieg der Umsatz von E-Books am Publikumsbuchmarkt im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum selben Zeitraum 2019 um 17,8 Prozent, der Absatz kletterte um 15,3 Prozent von 16,3 auf 18,8 Millionen verkaufte Exemplare. Damit entfielen in den ersten sechs Monaten 2020 7,5 Prozent des gesamten Umsatzes auf dem Publikumsbuchmarkt auf E-Books (erstes Halbjahr 2019: 6,0 Prozent).

Angebote

New Yorker Museen öffnen wieder

In New York können seid 24. August Museen unter Auflagen wieder öffnen. Dabei gelten Maskenpflicht und vorgeschriebene Laufwege. Die Museen dürfen zudem nur höchstens ein Viertel der üblicherweise erlaubten Zahl an Besuchern einlassen und müssen zeitgebundene Tickets verkaufen. Die Corona-Krise hat die Kulturbranche der Stadt hart getroffen. Die Museen in New York waren seit März geschlossen. Unter anderem die Broadway-Theater und die Metropolitan Opera haben alle Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres abgesagt. Das New Yorker Metropolitan Museum hatte bereits Mitte Juli angekündigt, vom 29. August an wieder öffnen zu wollen.

Berghain wird zum Museum

Die Boros Foundation zeigt ab 9. September die Kunstausstellung „Studio Berlin“ im berühmten Berliner Club Berghain. Im Fokus der Ausstellung sollen Arbeiten stehen, die während der Corona-Pandemie entstanden: Fotografien, Skulpturen, Sounds, aber auch Malereien, Videos und Installationen. Die Werke würden aktuelle Strömungen und Veränderungen in unserer Gegenwart demonstrieren. Auf der Webseite von „Studio Berlin“ sind rund 80 teilnehmende Künstler gelistet, die in Berlin arbeiten oder leben. Die prominentesten sind Olafur Eliasson, Tacita Dean und Wolfgang Tillmans.

60 Filme beim Neiße Festival

Vom 24. bis 27. September geht das Neiße Filmfestival in eine besondere 17. Auflage. Aufgrund der andauernden Corona-Pandemie musste der Festivaltermin in diesem Jahr vom Mai in den September verschoben werden. Dabei gab es auch einige Änderungen im geplanten Programm, mit weniger Filmreihen und überwiegend Spielorten in Deutschland. An nun vier Festivaltagen erwarten das Publikum trotzdem rund 60 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme sowie ein kleines Rahmenprogramm u.a. mit Ausstellungen, Gesprächen und Konzerten.

Der Fernseher wird durchsichtig

Der chinesische Elektronik-Hersteller Xiaomi hat angekündigt, demnächst den »weltweit ersten« transparenten Fernseher auf den Markt zu bringen. In Deutschland wird man den MI TV LUX Transparent Edition vorerst nicht erwerben können. Der durchsichtige OLED-TV wird exklusiv in China angeboten. Ausgeschaltet sehe der MI TV LUX Transparent Edition aus wie »bloßes Glas«, beschreibt Xiaomi den Fernseher im eigenen Blog-Post. Darauf dargestellte Bilder sähen außerdem aus, als würden sie »frei in der Luft schweben«.

Hilfe

Hilfsfonds von Amazon

Amazon Prime Video und Amazon Studios stellen von der Corona-Pandemie betroffenen Film- und TV-Produzenten in Europa im Rahmen eines Hilfsfonds insgesamt sechs Mio. Dollar zur Verfügung. Wie Amazon bekannt gab, sollen die Mittel an bestehende Hilfsfonds in den betreffenden Ländern übergeben werden. Damit sollen aber nicht nur Produzenten von Amazon Originals unterstützt werden, so Philip Pratt, Head of German Originals, Amazon Studios: „Wir haben uns bei Amazon Prime Video dazu verpflichtet, Mittel zur Verfügung zu stellen, die nicht nur Amazon Originals, sondern alle Arten deutscher Produktionen unterstützen, die von dem Virus betroffen sind – einschließlich Kino und Fernsehen.“

Medienboard Berlin-Brandenburg unterstützt Games und VR-Projekte

Eine Millionen Euro vergibt das Medienboard Berlin-Brandenburg in seiner jüngsten New-Media-Förderrunde. Mit knapp 830.000 Euro geht ein Großteil davon an Games und VR-Projekte. Sechs Produktionen werden damit unterstützt. Weitere 47.5000 Euro werden im Rahmen des Pilotprogramms Digi.tale an „studentische narrative Inhalte mit innovativem und experimentellem Charakter“ vergeben. „Es freut uns, dass wir in der aktuellen Förderrunde wieder besonders viele Newcomer haben – darunter auch die Gewinner*innen des Nachwuchspreises vom Deutschen Computerspielpreis (DCP)“, so Helge Jürgens, Geschäftsführer New-Media-Förderung Medienboard. „Die Audiovisual Creative Industries sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unseren Standort und wir unterstützen die Kreativen dabei, neue Formen der Unterhaltung und des Storytellings zu entwickeln. Innovativer audiovisueller Content ist das Fundament für den Medienstandort der Zukunft.“

Bund unterstützt digitale Plattformen

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert mit fünf Millionen Euro das Programm „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes. Dieses richtet sich an Kulturinstitutionen aller künstlerischen Sparten sowie an Gedenkstätten, Bibliotheken, Soziokulturelle Zentren, Archive mit Archivgut in künstlerischen Sparten und an Festivals. Gefördert werden digitale Formate wie Apps, Games, Virtual Reality- und Augmented Reality-Anwendungen, Motion Capture, interaktive Webseiten, Plattformen, Citizen Science Projekte oder Künstliche Intelligenz, die neue Formen der Wissensvermittlung und künstlerischen Auseinandersetzung, der spielerischen Aneignung oder der Partizipation mit Besucherinnen und Besuchern erproben. Alle Projekte müssen bis zum 31. Dezember 2021 abgeschlossen sein. Für die Vorhaben können Fördermittel in Höhe von bis zu 200.000 Euro beantragt werden, wobei die Mindestfördersumme 50.000 Euro beträgt. Die Projekte müssen eine durch Eigen- und/oder Drittmittel gesicherte Finanzierung von 10% an den Gesamtkosten erbringen. Förderanträge können bis zum 30. September 2020 ausschließlich über das Online-Antragsformular eingereicht werden.

Ford spendet für weltweite Corona-Hilfsmaßnahmen

Der Ford Motor Company Fund hat insgesamt 1.133.447 US-Dollar für weltweite Corona-Hilfsmaßnahmen gespendet und damit das ursprünglich gesteckte Ziel von 1 Million sogar noch übertroffen. Das „COVID-19 Donation Match Program“ wurde im April 2020 ins Leben gerufen, um der Ford-Belegschaft, den Familien und Freunden eine Möglichkeit zu bieten, einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten. So kamen 633.000 US-Dollar Spenden zusammen, die der Ford Fund sowie der Ford Executive Chairman Bill Ford persönlich noch um 500.000 US-Dollar aufstockten. Die Gelder gingen an 47 gemeinnützige Organisationen und Communities in den USA sowie weiteren 20 Ländern. Fast ein Drittel der Mittel – rund 29 Prozent – floss in die Hungerhilfe. 24 Prozent gingen an Hilfsprojekte zur Erfüllung von Grundbedürfnissen wie Nahrung, Unterkunft und Kleidung. Der Bildungsbereich wurde mit 19 Prozent der Spendengelder unterstützt. Der Rest wurde zwischen Projekten zur Förderung von Gesundheit, Bildung oder Kunst und Kultur aufgeteilt.