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9.18. Oktober 2020

Online + Frankfurt am Main

#B3Kulturkiosk – 18/2020

News

Corona-Kunst in New York

Außenwerber JCDecaux hat New York City in eine kostenlose Freiluft-Kunstgalerie verwandelt. Art on the Grid ist eine Multiplattform-Ausstellung einer Gruppe von 50 in New York ansässigen aufstrebenden Künstlern, die vom Public Art Fund im Frühjahr 2020 als direkte Reaktion auf die COVID-19-Pandemie konzipiert wurde. Die Werke beschäftigen sich mit der Corona-Pandemie und der veränderten sozialen und kulturellen Landschaft in der Welt-Metropole. JCDecaux zeigt die Werke in 500 Buswartehallen und mehr als 1.700 Kiosken in allen fünf Stadtbezirken. Entlang der Bus- und Fußgängerrouten sind Werkgruppen von mehreren Künstlern zu sehen. Die Kunstwerke sollen stadtweit bis zum 20. September 2020 zu sehen sein. Hier geht`s zum Video.

Neuer Preis für digitale kulturelle Bildung

Bund und Länder haben einen neuen Preis für digitale kulturelle Bildung ins Leben gerufen. Ziel ist es, mit der Auszeichnung „KULTURLICHTER – Deutscher Preis für kulturelle Bildung“ Projekte und Projektideen zu fördern, die digitale Instrumente in der kulturellen Bildung und der Kulturvermittlung innovativ einsetzen. Die Projekte oder Konzepte sollen der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts dienen, übertragbar und für andere Kultureinrichtungen nutzbar sein, und den Wissenstransfer und die Vernetzung von Kultur- und Bildungseinrichtungen fördern. Im Rahmen des Wettbewerbs werden drei Auszeichnungen vergeben: Der Preis des Bundes ist mit 20.000 Euro dotiert. Der Preis der Länder ist ebenfalls mit 20.000 Euro ausgewiesen. Hinzu kommt ein undotierter Publikumspreis.

Emmys virtuell

Die Veranstalter haben jetzt den Zeitplan für die Verleihung der Creative Arts Emmys, die für gewöhnlich eine Woche vor den Primetime Emmys an zwei Abenden vergeben werden, veröffentlicht. Auch sie werden in diesem Jahr virtuell verliehen, und zwar an fünf Abenden direkt vor der Verleihung der Primetime Emmys, beginnend am 14. September mit Ausnahme des 18. September. Die Abende eins bis vier werden unter www.emmys.com übertragen, der fünfte bei FXX. Für die Verleihung der Primetime Emmys am 20. September ist die deutsche Netflix-Serie „Unorthodox“ insgesamt acht Mal nominiert.

Twitter markiert Staatsnähe

Twitter versieht eine Reihe von Nutzerkonten mit Verbindung zu Regierungen künftig mit Symbolen, um seinen Usern eine bessere Orientierung zu bieten. So würden kleine Flaggen ab sofort anzeigen, wenn es sich um den Account von Mitgliedern von Regierungen oder um Spitzendiplomaten handele, teilte der Kurzmitteilungsdienst mit. Betroffen seien auch staatsnahe Medien sowie deren Herausgeber oder hochrangige Journalisten. Solche Medienkonten würden ab sofort von Twitter auch nicht mehr für andere Nutzer für Abonnements empfohlen. Beispielsweise führte das Unternehmen aus San Francisco die chinesische Staatsagentur Xinhua mit dem Label „Staatsnahe Medien in China“, das russische Medium RT bekam den Hinweis „Staatsnahe Medien in Russland“. Laut Twitter sollen die Maßnahmen der besseren Einordnung von Informationen im öffentlichen Gespräch dienen. (Quelle: Deutschlandfunk Kultur)

Angebote

Filmfest Dresden wird hybrid

Das verschobene internationale Kurzfilmfestival Filmfest Dresden wird seine 32. Festivalausgabe vom 8. bis 13. September 2020 sowohl analog als auch digital stattfinden lassen. Die Wettbewerbe und Sonderprogramme sollen wie gewohnt in den bekannten Dresdner Spielstätten unter Einhaltung der Hygienevorschriften gezeigt werden. Auch das kostenfreie Open Air bespielt wieder festivalbegleitend den Dresdner Neumarkt. Lediglich das Rahmenprogramm für FachbesucherInnen wird in kleinerem Rahmen als gewohnt, dafür aber mit digitaler Übertragung stattfinden. Grund dafür ist der zu erwartende Rückgang an nationalem und internationalem Fachpublikum.

Black Nights finden statt

Das Black Nights Film Festival in Tallinn kündigt an, auf alle Fälle stattzufinden. Egal, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt bzw. was die in verschiedenen Ländern bereits aufflammenden „zweiten Wellen“ nach sich ziehen, man bereite sich auf alle möglichen Szenarien vor. Zur Not werden das Festival und die Industry-Events online angeboten, wie die Veranstalter bekannt geben. Dies ziehe nach sich, dass die internationale Presse sowie Branchenbesucher einen Onlinezugriff auf das Filmprogramm und die Projekte erhalten. An den Festivaldaten – 13. bis 29. November – wird nicht gerüttelt. Die Filmeinreichung endet am 17. August. Als diesjähriges Gastland kündigt Festivalchefin Tiina Lokk Deutschland an.)

"Handbuch Gameskultur" erscheint zur gamescom 2020

Pünktlich zur gamescom 2020 erscheint das „Handbuch Gameskultur: Über die Kulturwelten von Games“. Herausgeber sind Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, und Felix Falk, Geschäftsführer des game-Verbandes. Es ist eine Art Tutorial für die Gameskultur. So werden in jedem Kapitel Themen, Zusammenhänge und Diskussionen rund um Games und die Kultur dahinter erläutert. 48 Expertinnen und Experten geben Einblicke in die vielen verschiedenen Facetten der Gameskultur. Dieser umfassende Überblick innerhalb eines Sammelbandes ist für den deutschsprachigen Raum einmalig.

Hilfe

MDM stärkt ProduzentInnen

Um die kreative Arbeit von Produzentinnen und Produzenten stärker zu honorieren, hat der Aufsichtsrat der Mitteldeutschen Medienförderung eine Anpassung der MDM-Förderrichtlinie beschlossen. Seit dem 01. August 2020 ist die Kalkulation einer Gage für Produzentinnen und Produzenten im Stadium der Stoffentwicklung in Höhe von bis zu 5.000,00 Euro erlaubt. Stellt eine Produzentin bzw. ein Produzent bei der MDM einen Antrag auf Stoffentwicklung, beträgt die maximale Fördersumme ab sofort 30.000 Euro. Handelt es sich beim Antragsteller um AutorInnen oder RegisseurInnen, soll das Darlehen wie bisher 25.000 Euro nicht überschreiten. Das aktualisierte PDF zur MDM-Förderrichtlinie gibt es hier, das Merkblatt für Förderanträge mit allen notwendigen Informationen ist hier zu finden.

Kunstsammlung des Bundes erhöht Etat für Zukäufe

Seit dem Jahr 1970 sammelt die Bundesregierung Kunst. Die Kunstsammlung des Bundes umfasst nach 50 Jahren rund 1.700 Werke, die an Behörden und Ministerien ausgeliehen werden können, aber auch Museen als Leihnehmern zur Verfügung stehen. Bisher standen jährlich 500.000 Euro für Neuerwerbungen zur Verfügung. Um Künstlern in der Corona-Krise zu helfen, hat Staatsministerin Monika Grütters (CDU) verkündet, den Ankaufsetat 2020 für die Bundeskunstsammlung temporär um 2,5 Millionen Euro zu erhöhen. Mit den nun drei Millionen Euro sollen etwa 150 Kunstwerke bei Galerien und Künstlern angekauft werden.

EU fördert deutsche Studios

Acht deutsche Produktionsfirmen punkten in Sachen Projektentwicklung: Vier Unternehmen für Spiele-Entwicklung und vier Filmproduktionen profitieren jetzt von den Creative Europe Media Förderungen für Slate Funding und Video Games. Slate Funding zielt darauf ab, die Position einer Produktionsfirma auf dem europäischen und internationalen Markt zu stärken und Innovationen zu ermöglichen. Insgesamt fließen dadurch 1,15 Millionen Euro aus Brüssel ins Land. Allein vier deutsche Spieleentwickler erhalten rund 480.000 Euro an Fördermitteln. Europaweit werden 71 Slates mit 12,5 Millionen Euro unterstützt. Einsamer Spitzenreiter auf der Förderliste ist Dänemark, hier waren von 15 Einreichungen 11 erfolgreich, das entspricht einer Förderquote von 73%.

EU fördert deutsche Studios

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat wegen der Coronakrise ein Sonderhilfsprogramm für Laienmusikvereine in Höhe von 500.000 Euro aufgelegt. Dies entspreche einer Erhöhung um 35 Prozent der regulären Landesförderung von rund 1,4 Millionen Euro, teilte das Kulturministerium in Düsseldorf mit. Die Mittel kämen gemeinnützigen Chören und Musikvereinen zugute, die durch Ausfälle von Proben und Auftritten während der Pandemie in finanzielle Engpässe geraten sind. Der Landesmusikrat NRW hat laut Ministerium mit den Dachverbänden der Laienmusik drei Stufen für pauschale Zuschüsse definiert: Chöre erhielten 400 Euro, Instrumentalvereine 800 Euro und größere Oratorienchöre 2.500 Euro.

Filmtipps

Erotik im Film

Wie angekündigt, widmen wir uns nach einer kleinen Sommerpause und passend zum Sommer den erotischen Momenten im Film. Wir möchten hier einige sehr besondere dieser Momente der Filmgeschichte hervorheben, die vor allem mit wunderbaren und selbstbewussten Frauen verbunden sind. Momente, die gleichsam Frauen wie Männer ansprechen, und die durch das Spiel dieser Frauen zum unvergesslichen Kunstwerk wurden.

Symphonie der Liebe (Extase)

Originaltitel Symphonie der Liebe
Erschienen 1933
Location Tschechoslowakei
Regie Gustav Machatý
Cast Hedy Lamar (Hedy Kiesler)
Erhältlich in Deutschland auf Amazon

Skandal! Der Film war damals ein Skandal und versetzte die Zensurbehörden vieler Länder in Alarmbereitschaft. Eva heiratet den scheinbar gefühlsarmen und grausamen Emil. Sie lässt sich schon bald wieder von ihm scheiden. Sie trifft auf Adam, einen einfühlsamen Bauingenieur, sie verlieben sich. Emil erfährt davon und begeht Selbstmord. Der Selbstmord reißt Eva und Adam jäh aus ihrem Liebestaumel. Die wunderschöne Hedy Lamarr, damals noch Hedy Kiesler, spielt Eva freizügig und selbstbestimmt. Nacktaufnahmen, aber vor allem auch die Nahaufnahme ihres Gesichts in einer Liebesszene, die sie in höchster sexueller Erregung zeigt, machten sie zum Star und ebneten ihr den Weg nach Hollywood. Ohne explizit zu werden, ist gerade diese Szene geprägt von zärtlicher und freier Erotik.

Das Filmarchiv Austria sagt dazu: „Die Geschichte des erotischen Erwachens, der Sehnsucht nach Intimität und erfülltem Sex, die in den 1920er Jahren viele Produktionen aus Wien und Berlin kennzeichnete, fand hier, ein Jahr vor der beginnenden Zerstörung des deutschsprachigen Films durch die NS-Kulturpolitik …. einen cineastischen Höhepunkt.“

Gilda

Originaltitel Gilda
Erschienen 1946
Location USA
Regie Charles Vidor
Cast Rita Hayworth und Glenn Ford
Erhältlich in Deutschland auf Amazon

Dieser Film ließ Rita Hayworth in den Olymp der Liebesgöttinnen Hollywoods aufsteigen. Der Film steht in der Tradition des Film Noir und ist Drama und Kriminalfilm zugleich. Hayworth spielt die Sängerin und Tänzerin Gilda, die sich auf die falschen Männer einlässt und eigentlich nur den hitzigen, eifersüchtigen und zuweilen sadistischen Johnny (Glenn Ford) liebt. Angesiedelt ist die Handlung des Films in Südamerika und im Milieu zwielichtiger Spielcasinos. Die Begegnungen der beiden Hauptfiguren sind von einer ambivalenten Hassliebe geprägt. Erst das Ende des Films bringt die Erlösung und das Paar findet zueinander.

In der berühmtesten Szene des Films, in der Gilda versucht, Johnny eifersüchtig zu machen, explodiert diese Hassliebe in einem subtilen erotischen Feuerwerk. Geht das? werden Sie sich fragen. Ja, es geht! Rita Hayworth singt Put The Blame On Mame und zeigt einen Striptease, bei dem sie sich nur einen langen Handschuh auszieht. Unendlich lasziv und erotisch. Ein Wow-Moment!

Ein mörderischer Sommer

Originaltitel L’été meurtrier
Erschienen 1984
Location Frankreich
Regie Jean Becker
Cast Isabelle Adjani und Alain Souchon
Erhältlich in Deutschland auf Amazon

Ein mörderischer Sommer beginnt leicht wie der Sommer eben sein kann und endet wie eine griechische Tragödie. Hier ist es nicht nur der eine Moment, Isabelle Adjani beschert uns viele verwirrende erotische Momente in diesem Film. Isabelle Adjani ist Eliane, wunderschön und sehr sexy taucht sie wie aus dem Nichts in einem kleinen südfranzösischen Dorf auf und verdreht den Männern den Kopf. Sie spielt mit ihnen und reizt sie durch ihr freizügiges, gelangweiltes und laszives Auftreten. Sie trifft auf Pin-Pon, einen scheuen Feuerwehrmann, den sie dann auch sehr schnell heiratet. Pin-Pon ahnt nichts von Elianes tatsächlichen dunklen Absichten. Eliane will sich rächen für das, was man ihrer Mutter vor ihrer Geburt angetan hat… Ein mörderischer Sommer lässt uns die Hitze des Sommers erahnen, und Adjanis Spiel ist dabei so tiefgründig wie ihre Erotik. Adjani bekam für ihre Rolle der Eliane die höchste Auszeichnung des französischen Films verliehen, den César, und das zu Recht.