fbpx

9.18. Oktober 2020

Online + Frankfurt am Main

#B3Kulturkiosk – 17/2020

News

Filmstars reflektieren Lockdown

Filmstars wie Julianne Moore, Emily Mortimer, Don Cheadle, Rebecca Hall, Debra Winger und Chris Cooper haben während des Lockdowns Kurzfilme über ihre Erfahrungen mit Einschränkungen und Isolation gedreht. Daraus produzieren Trudie Styler und Celine Rattray mit ihrer Maven Screen Media das zweistündige Filmprojekt „With/In„. „Wir wollten herausfinden, was Isolation für die unterschiedlichsten Leute bedeutet, und haben eine Handvoll Künstler gefragt, deren Arbeit wir wirklich bewundern. Was sie uns zu unserer großen Freude geliefert haben, waren Geschichten über Verbindungen unter Menschen, die kraftvoll, witzig und sehr unterschiedlich sind. Unser Plan ist es, diese Geschichten weiter zu erzählen und einen Moment in dieser Zeit, die sich fortwährend verändert, festzuhalten“, erklären die beiden Produzentinnen in einem gemeinsamen Statement. (Quelle: Blickpunkt:Film)

Amazon investiert weniger in Content

Trotz gestiegener Umsätze im zweiten Quartal 2020 hat Amazon die Investitionen in seine Studio-Sparte zurückgefahren. Diese erklärte Finanzchef Brian Brian Olsavsky im Rahmen der aktuellen Quartalsergebnisse. Genaue Zahlen zu den Ausgaben liegen nicht vor, aber im Gesamtjahr 2019 sollen es etwa sechs Mrd. Dollar gewesen sein, die in Original-Content investiert wurden (zum Vergleich: Netflix gab 17 Mrd. Dollar aus). Der Amazon-Gesamtumsatz stieg um 40 Prozent auf 88,9 Mrd. Dollar. Amazon Prime mit rund 150 Mio. Kunden kam auf 6,2 Mrd. Dollar Umsatz (plus 29 Prozent). (Quelle: Blickpunkt:Film)

Masken schützen vor Gesichtserkennung

Eine Studie der US-Bundesbehörde National Institute of Standards and Technology (NIST) zeigt jetzt, dass ein Mund-Nasen-Schutz nicht nur vor dem Virus schützen kann: Solche Masken bringen auch KI-gestützte Gesichtserkennungssysteme aus dem Takt. Die Fehlerrate der besten gängigen Algorithmen für Gesichtserkennung soll bei Schutzbekleidung zwischen 5 und 50 Prozent liegen, heißt es in der Untersuchung. Die Maske verhindert, dass die KI-Software Abstände zwischen einzelnen Gesichtsmerkmalen akkurat misst. NIST kündigt aber an, dass gegen Ende des Jahres neue Algorithmen getestet werden sollen, die speziell für die Gesichtserkennung mit Maske trainiert wurden. (Quelle: Mixed)

Changemakers für „Grünes Drehen“

Vor dem Hintergrund der globalen Klimakrise möchte die Initiative Changemakers.film ihren Beitrag für klimaneutrale Film- und Fernsehproduktionen leisten. Eine freiwillige Selbstverpflichtung, die bereits von mehr als 100 Erstunterzeichner*innen unterstützt wird, listet Möglichkeiten auf, mit denen eine sichtbare Verringerung des CO2-Verbrauchs bei Dreharbeiten idealerweise erreicht werden kann. In 13 Bereichen wünschen sich die Initiator*innen Veränderungen, vor allem in Bezug auf die Bereiche Transport, Unterbringung, Catering und Technik, die als besonders CO2-belastend gelten. Changemakers.film ist eine Initiative der Schauspieler*innen Miriam Stein, Pheline Roggan und Moritz Vierboom sowie der Regisseurin Laura Fischer.

Angebote

Gegengewicht zu Netflix

Seit Ende Juli ist die neue Serien- und Filmplattform SOONER für User in Deutschland, Österreich und der Schweiz online. Sie versteht sich als Gegengewicht zu den großen Streamingplattformen. SOONER zeigt Werke bedeutender Regisseur*innen genauso wie Neuheiten aufstrebender und authentischer Talente. Die SOONER Library umfasst preisgekrönte Filme und Serien sowie Kurzfilme und Dokumentationen aus der Arthouse- und Independentszene. Viele von ihnen wurden bisher nur auf den wichtigsten Film- und Serienfestivals wie dem Festival de Cannes, der Berlinale, dem Sundance Film Festival oder Séries Mania gezeigt.

Musicalstars unplugged

Seit kurzem gibt es das erste Streamingangebot von deutschen Musicalbühnen. „Musicalstars unplugged“ heißt das Programm von Stage Entertainment, das im Hamburger Stage Operettenhaus auf der Reeperbahn gedreht worden ist. Zu hören sind u.a. Songs von „Time of my Life“ („Dirty Dancing“) über „Solang ich dich hab“ („Wicked“) bis zu „Rodeo Drive“ („Pretty Woman“) und viele mehr. Aufgelockert sind die Musicalhits durch persönliche Geschichten der Künstlerinnen und Künstler.

Vielfalt im Film fördern

Die Initiativgruppe „Vielfalt im Film“, ein Bündnis zahlreicher Organisationen und Institutionen innerhalb der deutschen Filmbranche, will mit einer Umfrage unter über 30.000 Filmschaffenden Erfahrungen zu Diversität und Diskriminierung in der deutschsprachigen Filmbranche vor und hinter der Kamera erheben. Die Umfrage wird unter anderem von der Menschenrechtsorganisation Citizens For Europe, der Branchenplattform Crew United, der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst, dem Bundesverband Regie, und der Bundesagentur für Arbeit getragen und unterstützt. Filmschaffende können an der Umfrage durch eine Anmeldung bei Crew United teilnehmen. Die Ergebnisse sollen nach Abschluss der Befragung auf www.vielfaltimfilm.de veröffentlicht werden.

Studierendenfilmfestival wird hybrid

Das internationale Studierendenfilmfestival Sehsüchte musste aufgrund der Corona-Krise im April diesen Jahres verschoben werden. Doch in den letzten Monaten hat das Team rund um das Festival hart daran gearbeitet, um Sehsüchte 2020 in diesem Jahr stattfinden zu lassen. Die Veranstaltung wird vom 23. bis 27. September als Hybridfestival allen Filmbegeisterten zur Verfügung stehen. Das gesamte Filmprogramm ist auf der Website unter www.sehsuechte.de für alle Interessenten, Fans und Filmliebhaber*innen zugänglich. Vor Ort selbst wird es unter Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen u.a. Screenings in zwei Kinos der Filmuniversität Babelsberg geben.

Viele Museen sind auf TikTok

TikTok erfreut sich weltweit wachsender Beliebtheit. Trotz Kritik an den Geschäftspraktiken ist sie aktuell die am meisten heruntergeladene App überhaupt, wie die Analyseplattform Sensor Tower berichtet. Schon im April sei die Marke von zwei Milliarden weltweiten Downloads überschritten worden. Ein Umstand, der auch in der Museumswelt registriert wurde. Die Folge: Eine Handvoll berühmter Museen eröffnete in den vergangenen Monaten eigene Kanäle beim chinesischen Social-Media-Dienst, der seine Anfänge als Plattform für Lippensynchronisations- und Tanzvideos hatte. Dazu zählen unter anderem die Uffizien in Florenz, das Rijksmuseum in Amsterdam, das Metropolitan Museum of Art und das Museum für Naturkunde Berlin.

LITFILMS – Literatur Film Festival Münster 2020

Das Literatur Film Festival Münster widmet sich zwischen dem 16. September und dem 11. Oktober als deutschlandweit erstes Filmfestival explizit den vielfältigen Adaptionen literarischer Texte. Vier Wochen lang erkunden Filmvorführungen, Lesungen, Workshops, Gesprächsrunden und Performances die Schnittstellen zwischen den beiden Künsten. Alle Veranstaltungen finden mit den entsprechenden Hygienekonzepten statt.

Digital in die Porzellanmanufaktur

Besucher der Albrechtsburg Meißen (erbaut 1471 bis 1524) können seit Anfang August live ans Bankett von Prinzessin Sidonia von 1493 oder den Modellierern der berühmten Porzellanmanufaktur im 19. Jahrhundert über die Schulter schauen. Möglich macht es ein digitales Vermittlungstool namens HistoPad des Pariser Startups Histovery. Mit Hilfe dreidimensionaler Nachbildungen und 360-Grad-Panoramen kann man in die historischen Schlosssäle eintauchen und bis ins 15. Jahrhundert „zurückreisen“. Sie wurden dafür von der Raumaufteilung über die Ausstattung bis zur Dekoration, basierend auf Forschungen, historisch nachgebildet.

Hilfe

ZDF verlängert Hilfsfonds

Die Zusage des ZDF, sich u.a. an zusätzlichen Produktionskosten bei Corona-bedingten Drehunterbrechungen zu beteiligen, war ursprünglich bis Ende Juli 2020 befristet. Nun wurde die Unterstützungsmaßnahme bis Mitte September verlängert. Im Rahmen der Maßnahmen übernimmt das ZDF 50 Prozent der zusätzlichen Kosten, die durch die Corona-bedingte Drehunterbrechung entstanden sind. Sogar zu 100 Prozent übernimmt das ZDF bei Auftragsproduktionen alle Mehrkosten für zusätzlichen Arbeitsschutz und Hygienemaßnahmen. Darüber hinaus können Abschlagszahlungen zur Verbesserung der Liquidität der Produktionsfirmen auch weiterhin zeitlich vorgezogen werden.

Mehr Geld für freie Künstler

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat eine Erhöhung der Stipendien aus Bundesmitteln für freischaffende Künstler angekündigt: der Etat wird künftig von 8,5 Mio. Euro auf 52 Mio. im Jahr aufgestockt; die Regelung gilt bis Ende 2021. Grütters nannte die Maßnahme „eine Reaktion auf die schwierige Situation der Solo-Selbständigen“ in der Corona-Krise. Vergeben werden die Stipendien für bildende Künstler über die Stiftung Kunstfonds, für Performer und freiberufliche Schauspieler über den Fonds Darstellende Künstler. Das Stipendienprogramm Musikfonds unterstützt Komponisten, Musiker und Klangkünstler; der Dachverband Tanz ist für Choreografen und Tänzer zuständig. Die individuellen Stipendien betragen mehr als 1.000 Euro im Monat.

Sachsen-Anhalt hilft mit „Kultur ans Netz“

Das Land Sachsen-Anhalts unterstützt Kulturschaffende ab sofort mit dem 6 Millionen Euro schweren Stipendien-Programm „Kultur ans Netz“. Das Land gewährt für das Erstellen einer künstlerischen Leistung einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 1.000 Euro monatlich bei maximal drei Monaten Laufzeit. Bedingung für die Hilfe ist eine hauptberufliche künstlerische Tätigkeit und der Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt. Anträge können auf elektronischem Wege bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt gestellt werden.