9.18. Oktober 2020

Online + Frankfurt am Main

#B3Kulturkiosk – 12/2020

News

Broadway bleibt geschlossen

Wegen der Coronavirus-Krise werden die Theater am New Yorker Broadway in diesem Jahr nicht mehr öffnen. Die Sicherheit von Künstlern und Publikum hätten oberste Priorität, erklärte die Branchenvereinigung The Broadway League. Mit einer Wiedereröffnung wird derzeit Anfang kommenden Jahres gerechnet, ein konkretes Datum nannte der Branchenverband aber nicht. In den «kommenden Wochen» würden vermutlich erste Eintrittskarten für 2021 angeboten. Die finanziellen Verluste sind gravierend: Für gewöhnlich werden über Ticket-Verkäufe am Broadway mehr als 30 Millionen Dollar pro Woche eingenommen.

Locarno Film Festival nominiert Wettbewerbsfilme

Obwohl das Locarno Film Festival in diesem Jahr nicht vor Ort stattfinden wird, hat Festivalleiterin Lili Hinstin 20 Titel für den Wettbewerb “The Films After Tomorrow” bekannt gegeben. Dabei handelt es sich um eine Initiative, mit der das Schweizer A-Festival Projekte unterstützen will, die aufgrund der Pandemie ins Stocken geraten sind. Die Preise werden am 15. August bekanntgegeben. Das beste internationale und das beste Schweizer Projekt erhalten je einen Pardo 2020 im Wert von 70.000 Franken. Der Campari Award über 50.000 Franken und der Swatch Award über 30.000 Franken werden an ein internationales Projekt vergeben, während die SRG SSR ein Schweizer Projekt mit Fernsehwerbezeit im Medienwert von 100.000 Franken unterstützt. Insgesamt waren 545 Filme aus 101 Ländern eingereicht worden. (Quelle: Blickpunkt:Film)

Facebook unter Druck

Facebook gerät wegen seines umstrittenen Umgangs mit rassistischen, hetzerischen und manipulativen Inhalten immer stärker unter Druck. Nach dem Konsumgüterriesen Unilever und dem Autohersteller Honda gab nun auch Coca-Cola bekannt, in den USA vorerst keine Werbeanzeigen mehr bei dem Online-Netzwerk und seiner Tochter Instagram zu schalten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg kündigte nun an, dass sein Unternehmen stärker gegen Hassnachrichten vorgehen und Falschmeldungen vor den US-Präsidentschaftswahlen im November löschen werde. Auch sollen Facebook-Inhalte, die eigentlich gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks verstoßen, aber zum Beispiel aufgrund eines Prominenten Absenders nachrichtenrelevant sind, künftig mit Hinweisen versehen werden. Außerdem würden die Standards für Werbung erhöht, um auch dort abwertende und hasserfüllte Botschaften bezüglich ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller Vorlieben zu blockieren. (Quelle: APA)

Die meisten spielen auf dem Smartphone

Etwa 34 Millionen Menschen in Deutschland spielen Games. Die beliebteste Plattform in Deutschland waren 2019 die Smartphones. Das geht aus neuen Daten hervor, die der game Verband auf Basis von Daten der GfK vorlegte. So nutzten im vergangenen Jahr insgesamt 19,5 Millionen Deutsche ihr Smartphone zum Spielen. Die am zweithäufigsten genutzte Plattform war der PC. 16,3 Millionen Deutsche spielten 2019 auf dem PC. Eine rückläufige Entwicklung nach Jahren des Wachstums gibt es bei den Konsolen. Hier sank die Zahl der Nutzer von 16,7 Millionen 2018 auf 15,9 Millionen im vergangenen Jahr. Grund für das Minus dürfte der anstehende Generationswechsel sein, der sich immer auch in den Verkaufs- und Nutzungsdaten ankündigt.

TIFF wird kleiner

Das 45. Toronto International Film Festival findet vom 10. bis 19. September als physischer Event statt. Allerdings wird es deutlich weniger Filme zu sehen geben: Im letzten Jahr waren es mehr als 300, in diesem Jahr sollen es nur 50 sein. Noch ist ungewiss, wie das TIFF in diesem Jahr konkret ablaufen wird. Vieles ist noch in der Schwebe, weil die Events natürlich auch abhängig davon sind von der Entwicklung der SARS-Cov-2-Pandemie und was von der Stadt zum Zeitpunkt des Festivals überhaupt erlaubt sein wird. Das Organisationsteam um Festivalleiter Cameron Bailey kündigt eine Veranstaltung an, die “maßgeschneidert für diesen Moment” sein wird. Aktuell schwebt den Veranstaltern ein Mix aus Kinovorführungen, digitalen Screenings, Drive-In-Events, eines virtuellen roten Teppichs, Pressekonferenzen und Industriegesprächen vor.

Begehbare Videos

Google meldet einen Durchbruch in der Lichtfeldtechnologie. Die Forscher fanden eine Möglichkeit, Videos mit variabler Blickperspektive in guter Qualität aufzuzeichnen und wiederzugeben. KI-Technologie hilft dabei. In volumetrischen Videos kann der Zuschauer seinen Kopf räumlich bewegen und eine Szene so aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Mit besonders großen Lichtfeldkameras wäre es sogar möglich, sich einen oder mehrere Schritte in jede Richtung zu bewegen. 3D-Videos vereinen theoretische das Beste zweier Welten: Videoaufzeichnungen der realen Welt mit der räumlichen Bewegungsfreiheit digitaler Umgebungen. Mehr bei Mixed.

Angebote

Klee digital

Das Zentrum Paul Klee (ZPK) in Bern präsentiert zu seinem 15-jährigen Jubiläum ein neues, digitales Vermittlungsangebot: ein «Digitorial». Wer dieses aufruft, erhält in Bild, Ton und anhand von Texten Einblicke in fünf der wichtigsten Reisen von Maler Paul Klee, darunter auch die berühmt gewordene Tunisreise von Klee zusammen mit den Künstlerkollegen Louis Moilliet und August Macke. Dieses ist gratis abrufbar und erscheint vor der Ausstellung «Mapping Klee», welche am 5. September im Zentrum Paul Klee eröffnet wird.

Weltpremiere am Rheinfall

so hat man den Rheinfall noch nie gesehen. Europas größter Wasserfall wird im wahrsten Sinne des Wortes zum Naturschauspiel. Eine internationale Künstler-Crew um den Schweizer Kulturvermittler Beat Toniolo hat aus zwei Millionen Fotos und Bewegtbildern, Sound und Lyrik das immersive Kunstprojekt „Rhyality“ erschaffen. In einer eigens dafür gebauten Immersive-Art-Halle kann das Publikum entlang der vier Jahreszeiten in die aufregende Wasserwelt des Schwizer Naturwunders eintauchen. Seine Weltpremiere feiert die in dieser Form europaweit einzigartige 360-Grad-Multivisionshow am 31. Juli 2020.

Japan: Konzertsaal öffnet für Hobby-Musiker

Da wegen der Corona-Pandemie öffentliche Aufführungen und Klavierabende bis auf Weiteres nicht möglich sind, stellt eine Konzerthalle in Japan ihren großen Saal samt Bühne und zweier Flügel privaten Nutzern zur Verfügung. Gegen eine Gebühr von 3.000 Yen (ca. 25 Euro) für 50 Minuten können Hobby-Musiker*innen und kleine Gruppen von bis zu fünf Musizierenden die Konzerthalle Asuka in der Präfektur Hyogo bis zu drei Stunden lang für sich mieten. Publikum darf in den Saal mit seinen 788 Sitzen nicht hinein. Streich- und Schlaginstrumente dürfen mitgebracht werden, meldete die japanische Tageszeitung “Mainichi Shimbun”. Nach der Bekanntmachung des ungewöhnliche Mietangebots habe es einen Ansturm an Buchungen gegeben, wie die Tageszeitung weiter berichtete. Die Aktion gelte jede Woche von Freitag bis Sonntag und solle noch bis Mitte Juli laufen, hieß es.

Hilfe

Neustart Musik

Die Bundesregierung unterstützt mit einem umfangreichen Rettungs- und Zukunftsprogramm den Neustart des kulturellen Lebens in Deutschland. In dem Programm NEUSTART KULTUR stehen die Musik, also Livemusikstätten, -festivals, -veranstalter und -vermittler, 150 Millionen Euro zur Verfügung. Ein guter Teil davon soll der von Corona hart getroffenen Clubkultur zugutekommen, verspricht Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Darüber hinaus könnten die Clubs “pandemiebedingte Investitionen” beantragen sowie von Überbrückungshilfen des Bundeswirtschaftsministeriums profitieren.

Esports Solidarpakt gegründet

Gemeinsam stärker. Mit diesem Gedanken im Sinn haben am 22. Juni über ein Dutzend deutscher Teams, Organisationen aber auch im E-Sport aktive Unternehmen den Deutschen Esports Solidarpakt, kurz DESP, gegründet. Anlass dazu gab unter anderem die Corona-Krise. Denn auch wenn der E-Sport als digitales Medium weniger stark betroffen ist, kann die Pandemie vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen in Bedrängnis bringen. “Wir werden alles versuchen, um diejenigen zu unterstützen, die Hilfe benötigen”, sagt Thorsten Kowalski, 1. Vorsitzender des als eingetragenen Verein gegründeten DESK. Zur Finanzierung werden neben klassischer Spenden Partnerschaften mit Projekten angestrebt, die einen Teil ihrer Einnahmen freiwillig zur Verfügung stellen. So wird das Gaming- und E-Sport-Festival DIGI1 20 Prozent des Projektumsatzes als Fördermittel an den DESP abführen. Daneben wurden bereits eine Reihe namhafter Förderer gewonnen, darunter McDonald’s, Chip.de und Nintendo. (Quelle: Gamesmarkt)

Medienboard fördert Sicherheit

Dreharbeiten können derzeit Corona-bedingt nur unter Einhaltung von Sicherheits- und Hygienemaßnahmen stattfinden – und das verursacht nicht unerhebliche Zusatzkosten. Wie das Medienboard Berlin-Brandenburg mitteilt, habe man in der aktuellen dritten Fördersitzung des Jahres diese Mehrkosten als förderbar anerkannt. Insgesamt wurden Fördermittel von rund 6,4 Mio. Euro für 27 Projekte beschlossen. (Quelle: Blickpunkt:Film)

SWR2 schenkt Aufmerksamkeit

Der SWR2 und acht weitere ARD Kulturradios haben eine gemeinsame Aktion ins Leben gerufen, die Autorinnen und Autoren während der Corona-Zeit unterstützen soll. Insgesamt 40 Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben die Möglichkeit bekommen, eine exklusive Kurzgeschichte für das ARD Radiofestival zu schreiben. Mit an Bord sind unter anderem bekannte Namen wie Doris Dörrie, Jackie Thomae oder Felicitas Hoppe, deren Geschichte “Fieber 17” am 20. Juli den Auftakt machen wird. Bei den Storys handelt es sich um Reisegeschichten, die zum ARD Radiofestival 2020 (18 Juli bis 12. September 2020) gelesen werden sollen. Damit wollen die ARD Kulturradios den literarischen Betrieb sowie Autor*innen in dieser schweren beruflichen Phase unterstützen und mehr Aufmerksamkeit schenken. Die Erzählung werden wochentags über um 23:04 Uhr zu hören sein und stehen darüber hinaus als Podcast in der ARD Audiothek zwölf Monate lang zur Verfügung.